Wege durch die Sammlung

Das Nachleben des Mittelalters bis an die Schwelle der Aufklärung

Auf die Reformation und ihre Bilderstürme im 16. Jahrhundert reagierte die katholische Kirche mit der Bewegung der Gegenreformation. In einer von Religionskämpfen und sozialen Konflikten geprägten Zeit bildete sich mit der Kunst des Barock eine materielle Prachtentfaltung heraus, die in den katholischen Ländern Verbreitung fand. Kirchliche und weltliche Herrscher traten als Auftraggeber repräsentativer Kunstwerke in Erscheinung, die ebenso zur Selbstinszenierung dienten wie auch zur Vermittlung von Glaubensinhalten. Barocke Kunstwerke – der Bau und die Ausstattung von Kirchen und Palästen – beeindrucken durch die Kostbarkeit und Vielfalt der gewählten Materialien, ihre Dynamik sowie ihren oft dramatischen Gefühlsausdruck und richten sich direkt an die Sinne des Betrachters.
Diese Eigenschaften zeigen sich nicht nur in den monumentalen barocken Kunstwerken, sondern auch in der Kleinkunst. Fürstliche Kunstkammern versuchten die göttliche Weltordnung – den Makrokosmos – im Miniaturformat widerzuspiegeln. Kostbare Objekte aus Gold, Silber, Korallen und edlen Hölzern gehörten ebenso dazu wie Kleinskulpturen aus Elfenbein, Skelette und Totenschädel, die die Vergänglichkeit des Menschen direkt vor Augen führten.
Die Erkenntnisse im Bereich der Philosophie und den Naturwissenschaften im 17. und 18. Jahrhundert mündeten in einer Infragestellung religiöser Inhalte und der feudalen Ständeordnung. Die Aufklärung sollte im Weiteren auch zu einem tiefgreifenden Wandel in der Bildenden Kunst führen.

 Hl. Joseph, Düsseldorf, um 1710, Bronze,  65 x 20 x 23 cm, Inv.-Nr. H 927 © Rheinisches Bildarchiv 
  

Hl. Joseph
Düsseldorf, um 1710

 

 Maria Immaculata, Ehrgott Bernhard Bendl, Anf. 18. Jh., Elfenbein, H. 19,4 cm,  Inv.-Nr. B 156, © Rheinisches Bildarchiv 
  

Maria Immaculata
Ehrgott Bernhard Bendl,
Anf. 18. Jh.

 

 Trauerdalmatik Gewandstoff: Seide, Damast, Spanien, um 1730; Besätze: Stickerei in Seide und Goldlahn, Spanien,  um 1590-1600, 135 x 150 cm, Inv.-Nr. P 235 © Museum Schnütgen, Foto: Thomas Zwillinger

Trauerdalmatik
Spanien,  um 1730

 Tod als Sensenmann Mittelrhein, Anfang 18. Jh., Holz, H. 23,6 cm,  Inv.-Nr. A 995 © Rheinisches Bildarchiv 
  

Tod als Sensenmann
Mittelrhein, Anfang 18. Jh.

 Chormantel (Pluviale) einem Ornat, gestiftet von Kaiserin Maria Theresia für den Ursulinen-Konvent in Wien, Wien, 1773, weißer Seidenmoiré mit Applikationsstickerei, 150 x 302 cm, Inv.-Nr. P 866 © Rheinisches Bildarchiv 
  

Pluviale vom Ornat der Kaiserin Maria Theresia
Wien, 1773

 

 Tor des „Himmlischen Jerusalem“ J.S. Meyer Zerbst, 2. H. 18. Jh., Perlmutt, vergoldete Bronze, Edelsteine, 14 x 8,7 cm, Inv.-Nr. G 687 © Rheinisches Bildarchiv

Tor des „Himmlischen Jerusalem“
J.S. Meyer
Zerbst, 2. H. 18. Jh.

 

 Sonnenmonstranz Wilhelm Sittmann, Köln, 1779, Silber, getrieben und vergoldet, H. 63 cm, Inv.-Nr. G 521 © Rheinisches Bildarchiv 
  

Sonnenmonstranz
Wilhelm Sittmann
Köln, 1779